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18 Jahre mit der Trillerpfeife

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Olaf Friedrich ist einer der erfahrensten und meist eingesetzten Fußball-Schiedsrichter im Kreis. Die Licht- und Schattenseiten des Jobs kennt er bestens, denn er ist mittlerweile seit 18 Jahren im Dienst.

Der Job eines Fußball-Schiedsrichters ist wahrlich kein leichter – schon gar nicht auf Kreis- oder Landesebene. Olaf Friedrich aus Kretzschau kann darüber ein Liedchen singen. Seit 18 Jahren ist der mittlerweile 45-Jährige nun schon als Offizieller im Einsatz. „Und die Leitung der Spiele ist in dieser Zeit wahrlich nicht einfacher geworden – ganz im Gegenteil“, versichert er. Engagiert ist Friedrich aber immer noch sehr – im Kreis hat er in dieser Spielzeit die mit Abstand meisten Partien gepfiffen.

Über zwölf Jahre lang hatte Friedrich selbst Fußball gespielt. Zunächst für Kretzschau im Nachwuchs, zwischendurch dann auf Landesliga-Ebene in der Jugend des 1. FC Zeitz. Im Erwachsenenbereich kehrte er dann wieder nach Kretzschau in die Bezirksliga zurück. Somit kann sich der Offizielle in beide Seiten – Spieler, wie Schiedsrichter – sehr gut hineinfühlen. „Wegen einem Kreuzbandriss musste ich damals erstmals für längere Zeit pausieren“, erinnert sich Friedrich, „bereits zu diesem Zeitpunkt nutzte ich die Gelegenheit und absolvierte einen Schiedsrichter-Lehrgang.“ Zweieinhalb Jahre später beendete ein Schienbeinbruch seine Karriere als Spieler – damit fiel die Entscheidung, fortan nur noch als Referee den Rasen zu betreten.

„Die Arbeit der Offiziellen hatte mir ohnehin schon immer imponiert“, gibt Friedrich zu, „sie müssen so viel zeitgleich im Auge behalten und sind ständiger Kritik ausgesetzt.“ Dass er für den Job in besonderer Weise prädestiniert ist, zeigt seine fast gänzlich weiße Spielerweste: „Nur eine einzige gelbe Karte habe ich in meiner aktiven Zeit bekommen“, erzählt er stolz.

Ein Oberligaspiel zwischen Sondershausen und dem VfB Zittau vor etwa 15 Jahren war die höchste Spielklasse, die Friedrich mit betreute. „Ein Linienrichter fiel aus und ich durfte spontan einspringen“, erinnert er sich, „das war schon eine tolle Stimmung und auch Betreuung damals – natürlich nicht zu vergleichen mit den niedrigen Ligen.“ Zwei Kreispokal-Endspiele 2003 und 2012 gehören ebenfalls zu Friedrichs absoluten Highlights: „So etwas leiten zu dürfen ist auch eine besondere Auszeichnung“, sagte er. Seit fünf Jahren pfeift er wegen arbeitsbedingtem Zeitmangel nur noch in der Kreisoberliga.

„Was mir im Vergleich zu früher negativ auffällt, ist das Verhalten der Zuschauer“, merkt der Kretzschauer an. „Diese sind heute oft deutlich aggressiver als früher – sowohl verbal als auch nonverbal.“ Während sich die Offiziellen Beleidigungen und alberne Kommentare ja fast bei jedem Spiel anhören müssen, kommt es zu tätlichen Angriffen zum Glück nur selten. Friedrich war einem solchen aber auch schon einmal ausgesetzt: „In der letzten Saison meinten ein paar angetrunkene Anhänger eines Teams, mich nach dem Spiel herumschubsen zu müssen – keine schöne Erfahrung.“

Dass sich nicht zuletzt deshalb nur wenige dazu entschließen, ebenfalls die Trillerpfeife in die Hand zu nehmen, möchte er keinem verübeln. Doch hat die Schiedsrichtertätigkeit auch ihre guten Seiten, wie Friedrich versichern kann: „Also zum einen bleibt man durch diese Tätigkeit schon mal gut in Form, da spart man sich sonstigen Sport. Und zum anderen gibt es kaum einen schöneren Moment, als wenn die Spieler nach der Partie zu einem kommen und zum gelungenen Job gratulieren – was öfter mal vor kommt. Das ist dann der schönste Lohn!“

Quelle: mz-web.de